Transalp 2012

Transalp 2012

So! Heuer war es nach einem Jahr "Pause" wieder mal so weit! Wir sind Richtung Gardasee aufgebrochen. Wir, das heißt:

  • Wolfgang Pfeifhofer, Teamchef ;)
  • Gerhard Kantner
  • Geri Kreuzberger
  • Stefan Reiter
  • Peter Mayr
  • Andi Stadlmayr

Die heurige Route hat wieder mal Kanti ausgesucht und ist dabei auf die Rennstrecke von 2009 gestoßen. Ohne uns genauere Details anzuschauen, waren wir alle sofort begeistert - das heißt 18000 Höhenmeter und ca. 600 km in 6 Tagen. Das Motto der Woche lautete also: "Locker bleib'n und weiter speib'n" bzw. "wer später bremst ist länger schnell!".

Tag 1: Bischofshofen – Mayrhofen im Zillertal

Gestartet wird heuer mal ganz gemütlich von Bischofshofen aus. Mit dem Zug geht es bei Kaiserwetter nach Zell am See, von dort mit der Pinzgau Bahn weiter nach Neukirchen am Großvenediger. Dort steigen wir endlich auf das Bike und es geht Richtung alte Gerlosbundestraße. Nach ca. 50 Höhenmeter gibt es bei 30°C endlich die erste Pause mit einem leicht verdaulichen Imbiss - ein ehemaliger Arbeitskollge von Kanti erwartet uns bereits mit Würstel und Apfelsaft – für Bier war es am Vormittag doch noch etwas zu früh ...Mit vollem Bauch und voll motiviert geht es Richtung Gerlos und weiter Richtung Zillertal. Die Beine sind noch etwas schwer, die Motivation noch ausbaufähig. Nach 1800 Hm gibt es die zweite Pause auf einer super Hütte mit gemütlicher Loungemusik und Tiroler Spezialitäten. Gestärkt geht es weiter Richtung Zell am Ziller. Dort treffen wir dann zufällig Stefan und Peter, die gerade ihre ersten Gel-Vorräte verbraucht haben. Die beiden sind ja auch schon am Donnerstag in Salzburg Stadt gestartet und bereits über Saalbach Richtung Zillertal unterwegs, wo wir uns treffen sollten. Gemeinsam rollen wir nach Mayrhofen und genehmigen uns eine ausgewogene Mahlzeit mit 1-2 Elektrolytgetränken.

Tag 2: Mayrhofen über Pfitscher Joch nach Brixen

Ausgeschlafen und voller Elan geht es über den Schlegeis Speicher die ersten 1500 hm auf das Pfitscher Joch, wo uns gipfelnahe bei grobem Untergrund die ersten Schiebepassagen erwarten.  Problemlos überqueren wird die Grenze nach Südtirol und wir fahren bei zunehmend schlechtem Wetter Richtung Brixen talwärts. Da kommt uns eine gemütliche Hütte gerade recht, als es kurzfristig zu regnen beginnt. Dort genießen wir eine große Portion Spagetti und Kaiserschmarrn. Gestärkt geht es weiter ins Tal bis nach Brixen. Kurz vorher kommt es zum ersten Defekt – eine Schraube der Hinterbremse geht verloren. Wir erreichen jedoch gerade noch rechtzeitig am Samstag gegen 17 Uhr noch ein Sportgeschäft, wo die Schraube kostenlos getauscht wird. Im Waschsalon werden unsere Dressen gewaschen und entspannt checken wir in das beste Hotel am Platz ein und genießen die italienische Küche. 

Tag 3: Von Brixen über die Schlüter Hütte und Grödner Joch nach St. Christina

An diesem Tag erwartet uns die Königsetappe. Nach ausgiebigem Frühstück Abfahrt um Punkt 8 Uhr Richtung Schlüter Hütte. Wieder geht es mal 3,5 Stunden nur bergauf und nach 1600 hm erreichen vier von uns die Schlüter Hütte. Unsere zwei schnellsten (Namen der Redaktion bekannt) biegen einmal falsch ab und machen als Fleißaufgabe 400 zusätzliche hm, als sie merken, dass sie auf der falschen Alm ankommen. Mittagessen bei Nebel und leichtem Regen in der Schlüter Hütte mit anschließender Abfahrt über schöne Almen in das Grödner Tal. Als Highlight nach anstrengenden 3200 hm geht es wieder bei Kaiserwetter zum Zeitfahren über geschmierte Serpentinen die restlichen 300 hm auf das Grödner Joch. Dort oben gab es dann das beste Weißbier der Woche. Nach kurzer Pause mit super Ausblick fahren wird die restlichen km ins Tal und gönnen uns ein schönes Hotel in St. Christina. Wolfgang und ich können dabei wieder mal unser kuscheliges Merino anziehen ...

Tag 4: St. Christina über Seiser Alm auf die Stöffler Hütte

Am 4. Tag fällt das Aufstehen bei allen schon etwas schwerer. Aber nach ein paar Höhenmetern läuft die Maschine wieder wie geschmiert. Bei super Wetter erreichen wir nach einem gemütlichen 400 hm Anstieg das Seiser Alm Gebiet, wo es über schöne Almwiesen entspannt drüber geht. Es folgt eine rasante Abfahrt über 1400 hm ins Tal, wo es zum ersten Sturz kommt, der jedoch mit ein paar Kratzern gut ausgeht. Nach einer ausgiebigen Mittagspause (ausgiebig heißt 45 min) geht es wieder 1500 hm ohne Flachstück nur bergauf und bei aufziehendem Sturm und Hagel erreichen wir gerade noch trocken die Stöffler Hütte, wo wir uns ein Zimmer nehmen. Somit lassen wir den Abend bei super Essen und Vernatsch gemütlich auf der Alm ausklingen.

Tag 5: Stöffler Hütte über Sarnthein und Kreuzjoch nach Kaltern

Nach Abziehen der Sturmfront geht es bei Sonnenschein und gewaltigem Panorama ca. 40 min technisch schwierig über einen ausgewaschenen und steinigen Güterweg talwärts nach Sarnthein, wo wir gleich den nächsten Anstieg über 1100 hm auf das Kreujoch angehen. Dort oben bewundern wir kurz die Stoa Mandln und müssen wieder 1800 hm über anpruchsvolle Trails ins Tal und gleich wieder 1000 hm auf den Gegenhang. Dort geht es mit den letzten Riegeln und Gelvorräten über den endlosen Eppaner Höhenweg nach Kaltern. Dort angekommen genießen wir im Stadtzentrum einen lauen Sommerabend. Es zeigen sich schon bei allen leichte Ermüdungserscheinungen...

Tag 6: Kaltern über Grauner Joch nach Campodeno mit Bergankunft in Andalo

Langsam wird die Woche schon etwas lang. Wieder mal geht es 3-4 Stunden nur bergauf auf das Grauner Joch von Südtirol nach Italien. Ab hier redet keiner mehr Deutsch und unser Italienisch lässt auch etwas zu Wünschen übrig. Aber wir schlagen uns tapfer durch und bekommen trotzdem Pasta und Espresso. Bei der Abfahrt ins Tal haben wir den ersten ernsthaften Defekt - der Mantel von Gerhard ist defekt und wird behelfsmäßig geflickt. Wir können damit jedoch nicht mehr ins Gelände und müssen uns einen Strassenweg nach Andalo suchen. Wolfgang als gebürtiger Südtiroler erkundigt sich nach dem Weg, und wir fahren trotz Fahrverbot über die Schnellstraße Richtung Tagesziel. Dann geht es bei 30°C im Schatten noch lange 15 km und 800hm in das Bergdorf Andalo. Dort gibt es zur ersten Stärkung schon mal ausgiebig Kuchen und Cappucino. Wir brauchen aber noch einen Ersatzmantel für Gerhart – aber das nächste Radgeschäft ist 200 hm entfernt und sperrt in 15 min zu. Da nutzt nur noch ein letzter Bergsprint und es geht sich alles wieder mal in der letzten Minute super aus. Das wird dann beim Abendessen mit einigen Bieren gefeiert. Wir haben ja nur mehr eine Tagesetappe vor uns ...

Tag 7: Von Andalo über den Passo San Giovanni nach Torbole

Nach einer langen und anstrengenden Woche endlich der letzte Tag. Nach kurzem Anstieg kommen wir zum wunderschön gelegenen Molveno See. Dann geht es über zahlreiche Wege und Steige auf den Passo San Giovanni, wo wir das letzte Stück schieben müssen. Oben angekommen kann man endlich auch das erste Mal den Gardasee in der Ferne sehen. Jetzt sind es nur noch ca. 30 km bergab Richtung Arco. Dort genehmigen wir uns noch eine Kugel Eis, bevor die lezten Meter in Angriff genommen werden. Um 16 Uhr erreichen wir endlich Torbole. Nach kurzem Bad im See werden die Weißbiervoräte der Strandbar geplündert, da wir ja die leeren Elektrolytspeicher wieder auffüllen müssen.


FAZIT: eine anstrengende und lange, aber schöne Woche!!!

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